Elias Kachunga:“Ich habe immer davon geträumt einmal in diesem Stadion, vor diesen Fans, zu spielen!“

Wir haben uns ein wenig mit Elias Kachunga unterhalten, der die Borussia 2014 verlassen hat und aktuell in der Premier League bei Huddersfield Town unter Vertrag steht. Im Interview sprach er über seine Zeit bei der Borussia, seine aktuelle Laufbahn und eine mögliche Rückkehr an den Niederrhein.

 

Du bist bereits 2005 zur Borussia gekommen. Wie ist der Kontakt entstanden und wie lief es dann ab?

Ich habe beim VfB Hilden ein paar Spiele gegen Gladbach gemacht und der Trainer der damaligen U14 kam zudem aus meiner Gegend und hat mich dann angesprochen. Anschließend musste ich ein Probetraining absolvieren und wurde dann angenommen.

Du hast ab 2011 kein Spiel mehr für die Borussia gemacht, warst ständig ausgeliehen aber noch bis 2014 bei der Borussia unter Vertrag. Wie war diese Zeit für dich?

Am Anfang war´s natürlich eine Chance mich zu beweisen und mich weiterzuentwickeln. Natürlich habe ich auch immer gehofft den Weg zurück zur Borussia zu finden. Letztendlich bin ich dann einen anderen Weg gegangen, die Borussia bleibt aber trotzdem in meinem Herzen. Ich habe ab der U14 alle Jugendmannschaften bis zu den Profis durchlebt und deswegen ist sie immer noch ein besonderer Verein.

Am Ende war es aber auch dein Wunsch nach Paderborn zu wechseln und die Borussia damit zu verlassen?

Ja, ich hatte während meiner Leihe eine super Zeit in Paderborn, wir sind aufgestiegen und die Rahmenbedingungen haben einfach gepasst. Zu dem Zeitpunkt hatte Gladbach auch andere Pläne, somit war es der richtige Schritt für mich.

Du hast mit Paderborn 2 Mal gegen die Borussia gespielt. Wie waren diese Spiele für dich?

Wir haben erst zuhause gegen Gladbach gespielt. Ich habe mich sehr gefreut, weil ich noch einige Spieler im Kader kannte.
Das Rückspiel im Borussia-Park war dann nochmal größer. Es war mein erstes Spiel im Borussia-Park und ich habe immer davon geträumt einmal in diesem Stadion, vor diesen Fans, zu spielen. Ich habe da auch nochmals viele alte Bekannte getroffen, seien es Spieler, Trainer oder Verantwortliche.

Hast du aktuell noch Kontakt zu ehemaligen Mitspielern bei der Borussia?

Ich habe noch regelmäßig Kontakt zu Julian Korb, Christopher Mandiangu, Yunus Malli, Marc-Andre ter Stegen und Amin Younes. Es gibt schon einige, zu denen man zwischendurch nochmal Kontakt hat.

Aktuell spielst du ja in der Premier League aktiv. Kannst du die Premier League mit der Bundesliga vergleichen?

Die Premier League ist für mich die beste Liga der Welt. Alles ist meines Erachtens nach ein wenig schneller und auf einem höheren Niveau. Deswegen freut es mich natürlich umso mehr, die Chance zu haben in dieser Liga zu spielen.

Inwieweit war die „Chance“ in der Premier League zu spielen auch ein Risiko. Man hört ja immer wieder von Spielern, die in der Premier League gescheitert sind, zuletzt noch Havard Nordtveit.

Für mich war´s vielleicht auch nochmal eine andere Situation als für Nordtveit. Ich bin aufgestiegen mit Huddersfield, hatte ein ziemlich gutes Verhältnis zum Trainer und allgemein ein gutes Verhältnis zum Verein, deswegen war es da nochmal einfacher den Einstieg in diese Liga zu schaffen. Am Ende zählt aber natürlich die Leistung auf dem Platz, die jede Woche erbracht werden muss. Ich habe es jetzt geschafft einige Spiele zu machen und hoffe, es geht in der nächsten Saison so weiter. Ich träume momentan meinen Traum und dieser Traum soll auch nicht so schnell enden.

Die Borussia ist aktuell auf der Suche nach einem Stürmer. Würdest du dich als Stürmer für diese Rolle vorschlagen?

(lacht) Ich glaube ich würde mich für keinen Verein vorschlagen aber wie gesagt, die Borussia wird immer in meinem Herzen bleiben und was in der näheren Zukunft passiert, das weiß man im Fußball ja nie. Nochmal vor den Gladbach-Fans zu spielen, gegen sie oder am liebsten für sie wäre natürlich eine schöne Sache.

Heißt eine Rückkehr zur Borussia ist nicht ausgeschlossen?

Nein, auf gar keinen Fall.

Du warst als U-Nationalspieler für Deutschland tätig, hast dich dann aber doch für die D.R. Kongo entschieden (besitzt beide Staatsbürgerschaften ; Anm. d. Red.). Wie kam es zu dieser Entscheidung?

Das war eine Herzensangelegenheit. Ich habe natürlich alle Jugendmannschaften für Deutschland erlebt, es war aber eine Herzensangelegenheit für den Kongo zu spielen. Dort ist aktuell eine nicht so einfache Situation, ich habe noch viele Verwandte im Land und war auch in letzter Zeit häufig dort.

Dann war dein Debüt für den Kongo sicherlich auch etwas ganz besonderes?

Es war echt schön dort eingewechselt zu werden. Das war eigentlich nicht geplant, weil ich noch angeschlagen war, der Trainer hat mir dann aber doch noch 10 Minuten gegeben. Das war auf jeden Fall ein schönes Gefühl und ich hoffe, dass es so weiter geht, dass sich die Situation weiter verbessert und mehr Top-Spieler kommen.
Das Land hat schon viele Top-Spieler, die Organisation stimmt aber leider nicht immer. Ich hoffe, dass das Land bald im Fußball wieder für Furore Sorgen kann.

Was wäre denn dein konkretes Ziel mit der Nationalmannschaft?

Wir haben es dieses Jahr leider nicht zur WM geschafft, da hat dann 1 Punkte gefehlt, das Ziel ist es bei der nächsten WM dabei zu sein und vielleicht auch beim nächsten Africa-Cup eine größere Rolle zu spielen.

Du wirst in wenigen Tagen 26 Jahre alt. Was ist dein persönliches Ziel, was möchtest du in den nächsten 10 Jahren noch erreicht oder erlebt haben?

Ich möchte erstmal weiter auf diesem Niveau spielen und möglichst verletzungsfrei bleiben, was zuletzt leider nicht immer klappte.
Menschlich habe ich hier im Ausland bereits viel gelernt, eine andere Kultur kennengelernt. An sich ist es immer eine gute Sache neue Sachen kennenzulernen und ich hoffe, dass ich noch einiges Erleben werde.

 

Wir bedanken uns bei Elias und wünschen ihm und dem Huddersfield Town FC noch viel Erfolg für die restliche Saison.

Nils

Fohlennews Gründer, Fan seit Kindheitstagen. Auch die U23 gehört zur Borussia. Twitter: hoppy1706

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