Wir haben uns mit Jörg Neun, der von 1988 bis 1997 bei der Borussia war und mit der Borussia den bisher letzten Titel feierte unterhalten.

Wie war die Zeit bei der Borussia für sie?

Die war schön, wir hatten viel Spaß und guten Erfolg. Wir hatten eine super Truppe, das hat immer super gepasst.

Warum haben sie sich 1988 für den Wechsel zur Borussia entschieden?

Ich war mit 21 relativ jung und Borussia war schon immer ein großer Name und einmal am Bökelberg zu spielen war für jeden ein Traum. Deswegen musste ich damals als das Angebot kam kaum überlegen und habe direkt zugeschlagen.

Was waren ihre Gründe für den Wechsel nach Duisburg und damit das Verlassen des VfL´s?

Mit mir wurde damals nicht über eine Vertragsverlängerung gesprochen. Ich weiß nicht, was da genau los war aber mein Vertrag lief aus, keiner hat sich drum gekümmert und dann hatte ich ein Angebot vom MSV Duisburg, die damals auch 1. Liga spielten und dann habe ich mich entschieden nach Duisburg zu gehen.

Haben sie noch Kontakt zu ehemaligen Mitspielern?

Kontakt habe ich u.a. über die Weisweiler Elf noch. Ganz engen Kontakt habe ich nach wie vor mit Martin Schneider und Thomas Kastenmeier.

Wie sind sie zur Weisweiler Elf gekommen?

Das war damals als das alles anfing, da wurde ich angesprochen und für mich war das eine schöne Sache, man sieht mal ehemalige Kollegen, mit denen man eine schöne Zeit hatte.

Was war ihr Highlight im Trikot der Borussia?

Selbstverständlich der Pokalsieg 1995.

Sie haben 1997 ihr letzte Spiel zuhause gegen Bayern gespielt. Wie besonders war das Spiel?

Es war schon irgendwie traurig, weil ich wusste, dass es das letzte Spiel ist. Nach fast 10 Jahren und dann noch gegen Bayern München, das war schon irgendwie traurig.

Waren sie nach ihrem Abschied noch öfter am Bökelberg bzw. heute im Borussia-Park?

Im Borussia-Park bin ich schon 5-6 Mal im Jahr, damals am Bökelberg war ich nach meinem letzten Spiel nicht mehr, weil ich auch ein bisschen enttäuscht war von den Leuten. Es gab keine Verabschiedung und so, das war schon ein bisschen traurig und nicht so schön.

Heißt, sie sind enttäuscht von der Borussia, wie sie zum Ende mit ihnen umgegangen ist?

Richtig.

Wie hat sich die Borussia im Vergleich zu früher verändert?

Da hat sich schon einiges verändert, das kann man kaum vergleichen. Ob das das neue Stadion ist oder die Geschäftsstelle, das ist schon alles enorm. Ich ziehe den Hut davor, dass die Jungs das alles durchziehen aber mit früher kann man das nicht wirklich vergleichen, das war früher was ganz anderes.

Sie haben 4 Mal für die Borussia im UEFA Cup gespielt? Waren die Spiele dort anders als in der Bundesliga?

Das war schon was besonderes, wenn man dann gegen Arsenal London oder Athen spielt. Das waren natürlich Spiele, die besonders waren. Auch von der Atmosphäre und der Vorbereitung her.

Waren die U21-Nationalspiele für Deutschland ähnlich besonders?

Es war was besonderes aber die Enttäuschung, dass ich den Sprung in die A-Nationalmannschaft dann nicht geschafft habe liegt auch groß. Der damalige Trainer Berti Vogts hat es mir einfach nicht gegönnt, den Sprung zu schaffen. Er kannte mich aus der U21 und von der Borussia und ich habe in der U21 schon gute Leistungen vollbracht und hätte es meiner Meinung nach schon verdient mal dabei zu sein.

Wie würden sie die Fans der Borussia beschreiben?

Die sind einmalig. Die haben sich natürlich auch geändert, wenn man früher am Bökelberg  mal ein Spiel verloren hat, da wurde meistens gepfiffen und die Fans waren sauer. Heute haben die meiner Meinung nach mehr Geduld. Insgesamt sind die Fans aber wirklich einmalig, auch auswärts immer gut dabei und eine super Stimmung.

Wie wichtig war die Borussia für sie und ihre fußballerische Entwicklung?

Sehr wichtig. Fast 10 Jahre Borussia , das prägt einen. Ich gehe heute natürlich auch so oft ich kann zur Borussia und fühle mich da immer noch sehr wohl.

Wäre es eine Möglichkeit nochmal für die Borussia z.B. in einem Trainerjob aktiv zu werden?

Vorstellen ja, das liegt aber erstmal nicht an mir. Ich möchte nie was ausschließen und wenn die Borussia auf mich zukommt, werden wir uns auf jeden Fall zusammen setzen.

Abschließend bedanken wir uns bei Jörg Neun für das Interview und wünschen ihm für seine Zukunft viel Erfolg und Gesundheit.