Schon Ende Juni kursierten Gerüchte, dass Eberl mit einem Transfer von Alberto Moreno liebäugelt. Jetzt, nach der überraschenden Bekanntgabe des Abgangs von Nico Schulz nach Sinsheim, konkretisiert sich das Gerücht um den Linksverteidiger. Aber wer ist dieser Spanier eigentlich? Wäre er ein passender Spieler für uns? Warum suchen wir eigentlich noch einen Verteidiger?

Der gebürtige Spanier wuchs in Sevilla auf und wurde beim dortigen FC ausgebildet. Nachdem er mit seinem andalusischen Team die Europa League gewann, zog es ihn als einen der talentiertesten Linksverteidiger nach Liverpool in die Premier League, wo er 72 mal auflief. Doch nach dem Hype ging es bergab. Aufgrund seiner unkonstanten Leistungen flog er aus der spanischen Nationalmannschaft, auch das Vertrauen im Verein scheint nicht mehr sehr existent zu sein, nur 18 mal (wettbewerbsübergreifend) setzte Jürgen Klappt auf den Spanier, die meisten seiner Einsätze waren jedoch Kurzeinsätze. Trotzdem ist er ein guter Spieler. Der nur 1,71m große Außenverteidiger kann auch als linker Flügel eingesetzt werden, er hat sowohl offensiv als auch defensiv viele Stärken, darunter beispielsweise seine Schnelligkeit. Auch sein Marktwert von 10 Millionen spricht für die Klasse und das Potenzial des 25-Jährigen.

Schön und gut, doch passt Moreno zur Borussia, ist er der Spieler, den wir suchen? Und was spricht aus seiner Sicht für einen Wechsel an den linken Niederrhein?
Eine Verstärkung wäre Moreno in jeder Hinsicht, vor allem wenn er es schafft wieder konstant Leistung zu bringen, was ihn in Sevilla groß machte. Vielleicht wäre da der vermeintliche Schritt zurück in die Bundesliga zu einem deutlich ruhigeren Klub mit weniger Medientrubel, Erwartungshaltungen und Hype als in Liverpool genau der Schritt den er braucht, um wieder in die Spur zu finden. Eine Leihe, sofern sie finanziell möglich ist, wäre sicherlich für alle Beteiligten ein sinnvolles Geschäft.

Liest man sich Kommentare in den Social-Media-Netzwerken zum Gerücht durch, so lautet der Tenor: „Nicht noch ein Verteidiger! Wir brauchen Stürmer!“. Ja, in Oxford und Ginter, sowie dem gefühlten Neuzugang Mamadou Doucouré hat Hecking drei weitere Alternativen für die Defensive, was den zwei Abgängen Christensen und Schulz gegenüber steht – eigentlich sollte das reichen. Eigentlich, aber betrachtet man lediglich die linke Außenverteidigerposition, so sind die Möglichkeiten beschränkt. In Wendt hat man zwar einen Führungsspieler, trotzdem wird er weder jünger noch mehr als ein Saison im Trikot der Borussia auflaufen. Sein Backup Kolo konnte Hecking bisher anscheinend noch gar nicht überzeugen, ein Abgang nach nur einer halben Spielzeit steht im Raum. Die Alternativen sind also sowohl quantitativ als auch qualitativ begrenzt, Moreno stünde bei Borussia vor einem Neuanfang und Borussia würde einen (sofern es finanziell angemessen ist) guten Transfer tätigen, der den Fans eventuell viel Freude bereiten könnte.