Von Fußballwundern und Vereinshistorien

Youness Buduar (26) hat schon öfter DFB-Pokal gespielt, dennoch wird die Begegnung zwischen Borussia Mönchengladbach und dem BSC Hastedt ein weiteres Highlight für den gebürtigen Bremer: Buduar, der hauptberuflich Inhaber eines Burgerlokals in Bremen ist, wird das Team des Verbandsligisten als Kapitän auf den Platz führen. FohlenNews sprach mit dem Verteidiger über seine bisherigen Pokalerfahrungen, den Unterschied von Profis und Amateuren, das Spiel am Sonntag und Thorgan Hazard.

Foto: BSC Hastedt

Am Sonntag ist es soweit! Wie groß ist die Vorfreude bei dir und im Team generell?

Die Vorfreude bei mir und im Team ist riesig, wir freuen uns alle sehr auf das Spiel. Wir bereiten uns schon seit Wochen darauf vor, in der letzten Woche noch intensiver. Es wird denke ich für uns alle ein Highlight.

Du hast schon mehrmals im DFB-Pokal gespielt, für den BSC ist es das erste Mal in der Vereinsgeschichte. Was bedeutet so ein Spiel für die Spieler selbst und für den Verein?

Ich habe ja schon des Öfteren das Glück gehabt im Pokal zu spielen, trotzdem ist das natürlich auch wieder ein Highlight gegen Gladbach auf Platz 11 zu spielen. Für einen kleinen Verein wie den BSC Hastedt ist das auch eine großartige Geschichte, es ist definitiv auch ein Höhepunkt und – neben dem finanziellen Aspekt – ein Event, das definitiv in die sportliche Historie miteingeht.

In deinen bisherigen DFB-Pokalpartien hat dein Team unter Anderem gegen Ingolstadt und den BVB verloren, was hast du dir für das Spiel gegen Gladbach vorgenommen?

Ich habe mir vorgenommen 100% Gas zu geben, wir kochen alle nur mit Wasser und natürlich ist Gladbach der Favorit aber für uns ist es primär wichtig, uns gut zu verkaufen und am Ende mit ein bisschen Glück vielleicht die nächste Runde erreichen.

Gibt es einen bestimmten Moment von deinen bisherigen DFB-Pokalspielen, der dir in besonderer Erinnerung geblieben ist?

Ein Highlight war das Spiel mit dem FC Oberneuland im  Weserstadion. Obwohl ich leider nicht gespielt habe, war es einfach ein Erlebnis dort mit der Mannschaft einzulaufen, das ganze Drumherum, da hat man sich einen Tag wirklich wie ein Profi gefühlt. Ein Jahr später bei Wilhelmshaven war ich dann sogar gegen Borussia Dortmund in der Startelf vor 14 000 Zuschauern, das wird mir auch auf jeden Fall in Erinnerung bleiben.

Welchen Stellenwert hat das Spiel gegen Borussia? Ist es eher ein Bonus oder doch ein genauso ernsthaftes Spiel wie die Spiele in der Liga?

Ein Bonus ist es sowieso, es ist auch eine riesen Chance für den Verein und für die Spieler, so etwas erlebt man nicht jeden Tag deshalb kann man es nicht auf ein Level mit dem Ligaalltag setzen – der Stellenwert dieses Spiels ist riesig.

Was war dein erster Gedanke nachdem Borussia als Gegner feststand? Was wäre euer Wunschgegner gewesen?

Wir haben die Auslosung live mit dem Team im Vereinsheim verfolgt. Wir wurden ja erst relativ spät gezogen, dadurch waren einige Teams schon gezogen. Mein Wunschgegner wäre ganz klar Bayern München gewesen, dennoch bin ich mit unserem Los sehr zufrieden: Borussia ist ein Traditionsverein mit namhaften Spielern.

Auf was/wen freust du dich beim Spiel gegen Gladbach am meisten?

Allgemein freu ich mich auf den ganzen Tag. Ich freue mich am meisten gegen Hazard, einen meiner Lieblingsspieler im Kader der Borussia, und gegen Raffael zu spielen.

Wenn du dir einen Spieler aus Borussias Kader aussuchen dürftest, der eine Saison beim BSC spielt, wen würdest du wählen?

Ganz klar, Thorgan Hazard!

Den BSC Hastedt gibt es seit 10 Jahren, du bist seit acht Monaten im Verein, was kannst du über den Club sagen?

Es ist zwar ein kleiner, aber dennoch gut strukturierter Verein, bei dem in den letzten Jahren etwas entstanden ist und eine positive Entwicklung zu beobachten ist. Auch das Spiel gegen Gladbach trägt zu dieser Entwicklung bei, der Verein wird bekannter und ist mehr im Fokus. Ich sehe beim BSC Hastedt sehr viel Potenzial und denke, dass sich der BSC in Bremen in den nächsten Jahren einen Namen machen wird.

Auch wenn die Lage in der ersten Pokalrunde meistens klar ist, gibt es hin und wieder kleine Wunder. Wie gelingt es einem Team einen solchen Coup zu realisieren?

Wunder gibt’s immer im Fußball. Die kochen auch nur mit Wasser, wir spielen 11 gegen 11. Wir müssen 90 Minuten lang – wenn nicht sogar länger – ackern, ackern, ackern, laufen und 100% geben. Ich denke auch dass wir Chancen haben werden und wenn wir diese nutzen und hinten gut stehen, dann stehen die Zeichen gut die Sensation zu realisieren.

Was macht euer Team stark?

Eine Stärke ist der Teamgeist: Viele von uns haben privat auch sehr viel miteinander zu tun, wir kennen uns gut. Jeder gibt bei jedem Spiel alles, und jeder ist für seine Mitspieler da.

Du hast im Amateurfußball schon viel erlebt, hast du auch mal versucht im Profifußball Fuß zu fassen?

Ich bin seit ich 18 bin im Amateurfußball tätig. Es war natürlich auch mein Traum Profi zu werden. Ich habe vier Jahre Regionalliga gespielt, unter Anderem bei Rehden. Dort hatte ich dann die Wahl ob ich mich mehr auf Fußball fokussiere oder ob ich den Weg in die Selbstständigkeit gehe. Ich entschied mich für letzteres, und wechselte dann in die Oberliga, wo ich dennoch weiterhin sportliche Ambitionen habe aber es zeitlich besser mit meiner Arbeit unter einen Hut bekomme.

Welche Entwicklungen nimmst du in letzter Zeit im Amateurfußball wahr? Wie würdest du das Verhältnis zwischen dem Profi- und dem Amateurfußball bewerten?

Das sind riesen Unterschiede, das sind zwei verschiedene Paar Schuhe. Von dem Außenrum abgesehen muss man sagen, dass in den Amateurligen hauptsächlich mit den Füßen gespielt wird und nur wenig mit dem Kopf. Die taktischen Grundlagen sind anders, Fußballspielen können viele aber bei vielen scheitert es an dem taktischen Verständnis oder am Ehrgeiz, sich ununterbrochen fit zu halten und am Ball zu bleiben.

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